Mehr als 10.000 Tonnen Klärschlamm entsorgt unser Unternehmen jedes Jahr. Der Großteil dieser Menge stammt aus Kläranlagen von Telfs westwärts. Seit über zehn Jahren wird dieser Klärschlamm an einen verlässlichen und spezialisierten Partner geliefert: die Emter GmbH in Bayern. Der Transportweg beträgt rund 100 Kilometer und ist damit kurz, effizient und ressourcenschonend. Bei Emter wird der angelieferte Klärschlamm thermisch verwertet. In weiterer Folge wird aus der entstehenden Asche Phosphor zurückgewonnen, ein wichtiger und endlicher Rohstoff.
Was heute bei uns längst gelebte Praxis ist, wird in Österreich bald gesetzliche Pflicht.
Das Höpperger Team besuchte seinen langjährigen Partner Emter in Bayern.
Phosphorrückgewinnung wird 2033 Pflicht
Österreich setzt schrittweise EU-Vorgaben um. Ein zentrales Datum steht bereits fest:
Ab 1. Jänner 2033 gilt für kommunalen Klärschlamm aus Abwasserreinigungsanlagen mit mindestens 20.000 EW60 (Einwohnerwerten) folgendes:
- Der Klärschlamm muss thermisch verwertet werden (Verbrennung).
- Aus der entstehenden Asche muss Phosphor zurückgewonnen werden.
- Die Rückgewinnung muss mindestens 60 % des Phosphors aus dem Zufluss der Kläranlage erfassen.
Das Ziel der neuen Regelung ist klar:
- Kreislaufwirtschaft stärken
- Importabhängigkeit von Phosphor reduzieren
- Klärschlamm von einem Entsorgungsproblem zu einer wertvollen Rohstoffquelle machen

Die Emter GmbH verwertet den angelieferten Klärschlamm von Höpperger in dieser Anlage. Foto: Emter
Wie funktioniert die künftige Wiederverwertung von Klärschlamm?
Der Prozess ist technisch anspruchsvoll, aber logisch aufgebaut:
- Verbrennung des Klärschlamms
Volumenreduktion und hygienische Sicherheit - Entstehung von Klärschlammasche
Diese Asche enthält:
- Phosphor
- mineralische Bestandteile
- Phosphor für Düngemittel
- weitere Sekundärrohstoffe
Klärschlamm wird damit ein fixer Bestandteil der Kreislaufwirtschaft.

In einem thermischen Verfahren wird aus Klärschlamm Phosphor gewonnen. Foto: Emter
Tirol als Sonderfall und als Vorreiter
Tirol nimmt in Österreich eine besondere Rolle ein. Wir haben in unserem Bundesland viele kleine und mittlere Kläranlagen, eine alpine Topografie, kaum industrielle Verwertungsinfrastruktur und große Entfernungen zu Verbrennungsanlagen im Osten von Österreich.
Aus diesen Gründen erfolgt die thermische Verwertung von Klärschlamm aus Tirol bereits seit Jahren außerhalb des Bundeslandes, unter anderem in Deutschland.
Höpperger: Vordenker im Klärschlammkreislauf
Wir verfolgen diesen Weg bereits seit Jahren konsequent. Der Klärschlamm der Partnergemeinden wird über etablierte Verwertungsketten einer gesetzeskonformen und nachhaltigen Behandlung zugeführt. Die eigentliche Phosphorrückgewinnung erfolgt dabei durch spezialisierte Partner wie Emter.
„Für uns war früh klar, dass Klärschlamm langfristig nicht nur entsorgt, sondern sinnvoll verwertet werden muss. Phosphor ist ein endlicher Rohstoff. Wenn wir ihn zurückgewinnen können, müssen wir das auch tun.“
Für die Kläranlagen und Gemeinden, die mit uns zusammenarbeiten, bedeutet das:
- Planungssicherheit
- rechtssichere Entsorgung
- eine Lösung, die auch zukünftigen gesetzlichen Anforderungen entspricht
Was ab 2033 verpflichtend wird, ist bei uns bereits Realität. Durch kurze Transportwege, langjährige Partnerschaften und eine vorausschauende Organisation kompletter Verwertungsketten wird Klärschlamm nicht nur entsorgt, sondern nachhaltig in den Kreislauf zurückgeführt.
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, heute Lösungen umzusetzen, die auch morgen noch Bestand haben.“