Kanalblick: Andreas Zangerl im Einsatz für Höpperger

Früh morgens geht’s los: Andreas schlüpft in seine orange Arbeitshose, checkt noch einmal die Tagesaufträge und startet seinen LKW. Er und weitere fünf Kollegen haben die gleiche Mission: Auspumpen, Probleme lösen, reinigen und warten. Und manchmal muss es schnell gehen. Nämlich dann, wenn sie bei Kanalverstopfungen, Murenabgängen oder Überschwemmungen mithelfen.

Andreas Zangerl ist seit über vier Jahren mit seinem LKW für Höpperger unterwegs.

Kanal- und Abscheiderreinigungen sind das Spezialgebiet von Andreas und seinen Teamkollegen. Inzwischen ist er seit mehr als vier Jahren für Höpperger Umweltschutz „on tour“. Richtig schmutzig machen muss er sich dabei nur selten.

Die Arbeit ist nicht so dreckig wie viele glauben. Auch die Gerüche sind meist harmlos.

Andreas Zangerl, LKW-Fahrer Kanal- und Abscheiderreinigung, Höpperger Umweltschutz

Oft hat er es auch einfach nur mit Regenwasser zu tun. Empfindlich sollte man in seinem Beruf trotzdem nicht sein. Denn Verstopfungen, kurze Abstecher unter die Erde gehören zum Arbeitsalltag. Die Gerüche sind teils harmlos – teils intensiv. Der junge Pfaffenhofener sieht das jedenfalls entspannt. „Es riecht nach Pizza, oder?“, fragt er beim Auspumpen seines LKW-Tankes – gefüllt mit Fett, Speiseresten und Abwasser.

Nur selten werden Andreas und seine Kollegen bei der Arbeit richtig schmutzig. Entsprechende Ausrüstung und moderne Geräte schützen.

Jeder Tag ist neu

Was Andreas an seiner Arbeit besonders schätzt, sind die vielfältigen Aufgaben. Er ist auf den Straßen unterwegs, um Kanäle zu säubern. Fährt zu Hotels und Restaurants, PrivatkundInnen und Industriebetrieben. So muss einmal wöchentlich der Fettabscheider* der Firma PrimAs in Oberhofen ausgepumpt werden. Seine erste Station an diesem Montagmorgen.

Mit der Zeit weiß man einfach was man tut. Man braucht Hausverstand, sollte gut LKW fahren können und ein wenig technisch begabt sein.

Die PrimAs Tiefkühlprodukte GmbH ist ein langjähriger, regionaler Kunde von Höpperger Umweltschutz. Beim Produzieren von Tiefkühlpizzen entsteht täglich Abwasser, gemischt mit Öl- und Fett. „Wir pumpen alles aus, reinigen den Fettabscheider und bringen die Masse zum nächstgelegenen Abwasserverband“, erklärt Andreas. Schlussendlich entsteht aus dem Abwasser Biogas, womit später beispielsweise Fahrzeuge betrieben werden.

Helfer in der Not

Auch bei Murenabgängen und Überschwemmungen war Andreas schon im Einsatz. Die Höpperger-Spezialfahrzeuge eigenen sich nämlich nicht nur zum Kanalreinigen. Mit einem Fassungsvermögen von bis zu 17.000 Liter können sie auch überschwemmte Keller auspumpen und Schlammmassen abtransportieren. Beim Großbränden unterstützen sie Feuerwehren manchmal mit zusätzlichem Löschwasser. Auf diese wichtige Rolle ist der 27-jährige besonders stolz.

„Hin und wieder alarmieren uns Feuerwehren oder Gemeinden, damit wir bei Unwetterkatastrophen mithelfen. Wir haben die richtigen Fahrzeuge und Ausrüstung dafür“

Ein sauberer Job

Heute profitiert Andreas von seinen Erfahrungen. Er weiß inzwischen, wie er arbeiten muss, ohne dreckig zu werden. „Für besondere Fälle haben wir Ganzkörperanzüge. Handschuhe und Stahlkappenschuhe sind sowieso Voraussetzung“, betont er. Nur selten steigt er selbst in den Kanal. Meist reicht der integrierte Pump-Schlauch und ein sogenannter „Kanalratz“ zum Reinigen.

Recycling to go: Das Abwasser wird direkt am LKW gefiltert, gereinigt und zum Ausspritzen wiederverwendet.

Die schönsten Momente sind für Andreas übrigens Einsätze auf Hütten und Almen. Er schätzt aber auch die täglichen Herausforderungen, wenn er beispielsweise die Ursache für Verstopfungen finden muss.

„Ich komme mit meinem LKW an Orte, die manche nicht einmal zu Fuß erreichen. Fast täglich erlebe ich etwas Neues“

Drei Fragen an Andreas Zangerl:

Was war dein lustigstes Arbeitserlebnis?

Einmal hat ein neuer Kollege einen Hydranten aufgedreht, als er ihn eigentlich zudrehen sollte. Der Gemeindearbeiter war klatschnass. Zum Glück war Sommer.

Was war dein ekligstes Arbeitserlebnis?

Das Auspumpen eines Fettabscheiders bei einer Schlachterei. Diese Gerüche sind dann schon speziell.

Was ist das Beste an deinem Job?

Die tägliche Herausforderung, dass ich an wunderschöne Plätze in Tirol komme und der Kontakt mit Kunden und Kollegen.

Auf seinen Touren durch Tirol entdeckt Andreas viele schöne Orte.

*Fettabscheider sind große Behälter, in denen Betriebe Fett/Öl und Abwasser mit möglichen Speiseresten sammeln.

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